kleanthes Verlag für Medizin und Prävention GmbH & Co. KG
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Wie FASD-Kinder ihren Platz in der Gesellschaft finden können

Presseinformation kleanthes Verlag für Medizin und Prävention

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Wie FASD-Kinder ihren Platz in der Gesellschaft finden können Erste Hilfe-Koffer und mehr für Kinder mit fetalen Alkoholspektrum-Störungen

Dresden/Berlin, 30. Mai 2012. Das praxisbezogene Kompendium „FASD 2011 – Facetten eines Syndroms“ erscheint morgen im kleanthes Verlag. Die Publikation beinhaltet teils noch nicht veröffentlichte Beiträge zur Situation von Menschen mit fetalem Alkoholsyndrom (FASD) in Deutschland und zeigt medizinische, psychologische und juristische Lösungsansätze auf.

Das fetale Alkoholsyndrom ist zu wenig bekannt

„Es gibt Schüler, die zunächst aufgrund ihres guten verbalen Ausdrucksvermögens einen durchaus intelligenten Eindruck machen, im Unterricht extrem angepasst sind und zuhause den Druck entladen wie ein Dampfkochtopf, dem der Deckel wegfliegt, oder aber in der Klasse total ausflippen, weil die Reizüberflutung zu groß ist“, beschreibt Gisela Michalowski vom FASD Deutschland e.V.

Bundesweit werden Jahr für Jahr ca. 3.300 Kinder mit FASD (FASD = Fetal Alcohol Spectrum Disorder, fetale Alkoholspektrum-Störungen) geboren. Etwa 33.000 ein- bis zehnjährige Kinder mit FASD leben zurzeit in Deutschland.

Aktuelles Kompendium mit hohem Praxisbezug für viele Zielgruppen

Die Publikation „FASD 2011 – Facetten eines Syndroms“ basiert auf einer Fachtagung vom September 2011 in Neumünster. 20 Text- und Bildautoren aus Deutschland, Kanada und Schweden stellen in 18 Beiträgen aktuelle Ergebnisse zum Thema FASD vor. Das Kompendium liefert aktuelles und praxisbezogenes Informationsmaterial für Eltern, Pflege – und Adoptiveltern, Ärzte, Psycho-, Physio- und Ergotherapeuten, Lehrer und Berufsausbilder, Jugendämter sowie für Kosten- und Bildungsträger. Es wird durch Fallbeispiele und Hinweise auf weiterführende Informationsquellen ergänzt. Der Spiegel-Verlag Hamburg und die Bertelsmann-Stiftung unterstützten die Publikation unkompliziert mit Illustrationen zu den Themen „Alkohol und Schwangerschaft“ sowie „Stand der Inklusion in den Bundesländern“.

Wie wird FASD diagnostiziert?

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans weist in ihrem Grußwort darauf hin, „dass in Deutschland Alkoholkonsum eine der größten vermeidbaren Gefahren für die Entwicklung des ungeborenen Lebens ist“. Sie plädiert für „0,00 Promille in der Schwangerschaft und in der

Stillzeit“. Die Diagnose FASD wird bisher aber nur bei 0,3-16,4 Prozent der Patienten gestellt, obwohl aus Deutschland bereits seit 1974 in kasuistischen Beiträgen bzw. in Fallserien u.a. durch Hans- Ludwig Spohr, Hermann Löser, Frank Majewski und Hans-Christoph Steinhausen über mehr als 600

Patienten berichtet wurde. „FASD 2011“ erläutert ausführlich Diagnostik und Therapie- Herausforderungen. „Den transdisziplinären Ansatz des Kompendiums kann man guten Gewissens als Durchbruch bezeichnen, denn vieles ist in Deutschland noch unbekannt“, so Professor Ekkehart Paditz vom kleanthes Verlag.

FASD in Schule und Beruf

Alkohol während der Schwangerschaft führt zu Störungen zahlreicher Strukturen des zentralen Nervensystems. 25 Prozent der Menschen mit FASD haben nach Angaben von Reinhold Feldmann und Mitarbeiter keinen Schulabschluss. 46 Prozent der betroffenen Frauen arbeiten in einer Werkstatt

für behinderte Menschen, während dies nur bei 20 Prozent der betroffenen Männer der Fall war. Demgegenüber waren 40 Prozent der Männer, aber nur neun Prozent der Frauen mit FASD berufstätig.

Medizinische, psychologische und juristische Lösungsansätze

Psychologische Untersuchungen zeigen, dass die Alltagskompetenzen von Kindern mit FASD durch bildgestützte Informations- und Übungsmaterialien signifikant erhöht werden können.

„Der Zugang zu Leistungen (aus dem Sozialgesetzbuch VIII Kinder- und Jugendhilfe und SGB XI Soziale Pflegeversicherung) sollte in die Gesamtverantwortung der Kinder- und Jugendhilfe überführt werden, um unnötige und ineffiziente Zuständigkeitsstreitigkeiten zu beseitigen“, schlussfolgert Gila Schindler, Rechtsanwältin aus Heidelberg und Berlin, nach der Analyse bisheriger gesetzlicher Regelungen.

Aus Kanada wird ein ganzheitlich orientiertes Versorgungsmodell vorgestellt, in dem medizinische Aspekte mit Ergebnissen der Lebensqualitätsforschung und den zunehmend auch in Europa diskutierten „Advocacy“-Modellen verbunden werden. „Advocacy bezieht Patienten von vornherein in einen partnerschaftlichen Dialog ein“, erläutert Professor Osman S. Ipsiroglu aus der Universität Vancouver. Diagnostische Fragebögen und ein dreistufiges Curriculum konkretisieren diese Überlegungen. Ekkehart Paditz aus Dresden liefert zwölf Praxistipps zur Bewältigung und Prävention der oft gravierenden Schlafstörungen bei Menschen mit FASD, die bei FASD bis zu zehnfach häufiger als bei Kindern ohne FASD auftreten. Eine To-do-Liste mit Hinweisen zu Symptomen, die auf Schlafstörungen hinweisen können, Tabellen über den Kenntnisstand zu Melatonin sowie über Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Medikamenten bei FASDassoziierten Schlafstörungen sind in diesem praxisorientierten Überblick zu finden.

„Die FASD-Primärprävention steht in Deutschland noch vor großen Herausforderungen“, schätzt Professor Ekkehart Paditz ein, „aber z.B. in Südafrika und in Australien konnte nachgewiesen werden, dass man alkoholgefährdete Frauen erreichen und auf diesem Wege zu einer deutlichen Senkung der FASD-Häufigkeit beitragen kann.“

Der Verlag – dem Umwelt- und Klimaschutz verpflichtet

Der kleanthes Verlag für Medizin und Prävention Dresden wurde im Juni 2009 von Prof. Dr. med. habil. Ekkehart Paditz gegründet. Schwierige Fakten anschaulich und lesbar vermitteln und mit guten Nachrichten aufwarten, ist das Anliegen. Der kleanthes Verlag fühlt sich dem Umwelt- und Klimaschutz besonders verpflichtet. „Wir denken auch an die Gesundheit der Buchdrucker und lassen natürlich alkoholfrei drucken“, erklärt Paditz. Für den Buchdruck werden 100 Prozent- Recyclingpapiere mit FSC-Zertifikat und Druckfarben auf Pflanzenölbasis verwendet. Um die während des Buchdrucks entstehenden CO2 –Emissionen zu kompensieren, unterstützten die bisher erschienenen Verlagspublikationen u.a. Wiederaufforstungsprojekte lt. Kyoto-Protokoll.

Die aktuelle Publikation

FASD 2011 – Facetten eines Syndroms

Ekkehart Paditz (Dresden), Osman S. Ipsiroglu (Vancouver), FASD Deutschland (Lingen) (Hrsg.)

kleanthes Verlag für Medizin und Prävention, Dresden 2012; 144 Seiten inkl. 37 Tabellen u. Abb., zum

Teil farbig; hrsg. am 31.05.2012. Ladenpreis 24,50 €, Subskr-Preis 19,68 € (bis zum 03.07.2012).

Rezensionsexemplare können direkt beim Verlag (E-Mail: verlag@kleanthes.de) angefordert

werden.

Ankündigung Pressegespräch in Dresden

Anlässlich des dreijährigen Verlagsjubiläums findet am 27. Juni 2012 ein Pressegespräch mit anschließender Buchvorstellung in Dresden statt. Einladungen werden zeitnah verschickt. Wenn Sie teilnehmen möchten und nicht angeschrieben wurden, melden Sie sich bitte kurz per E-Mail bei Dagmar Möbius, Pressekontakt – siehe unten.

Weiterührende Informationen:

Prof. Dr. med. habil. Ekkehart Paditz

kleanthes Verlag für Medizin und Prävention GmbH & Co. KG

Rähnitzgasse 23 / Passage Königstr.

D-01097 Dresden,

Tel. +49 (351) 20 68 47 80

Fax +49 (351) 20 68 47 88

E-Mail: verlag@kleanthes.de

www.kleanthes.de

Pressearbeit für kleanthes Verlag für Medizin und Prävention:

Dagmar Möbius

Freie Journalistin (DJV)

*Redaktion, Public Relations & Kommunikation*

Berlin-Brandenburg & Dresden

Büroanschrift:

Gierkezeile 12, D-10585 Berlin

Mobil: +49 (174) 9 84 75 14

E-Mail: pr@dagmar-moebius.de

www.dagmar-moebius.de

Anhang: Cover: FASD_ Einband_22.05.12.pdf